Nicht zu fassen! Da komme ich gerade von einer äußerst anstrengenden Recherche nach Hause, mache mir ein paar leckere Tiefkühlwürmer in der Mikrowelle warm, setze mich vor den Fernseher – und dann das! Ein aufsässiger Reporter von der niederländischen Tageszeitung „De Telegraaf“ wagt es doch tatsächlich eine kritische Frage an unsere Bundeskanzlerin Königin Angela Merkel zu richten.
Erschüttert bin ich natürlich nicht über die Frage, die völlig berechtigt ist. Sondern darüber, dass es ausgerechnet eines ausländischen Journalisten bedarf, sie zu stellen. Wolfgang Schäuble als Finanzminister, damit macht Merkel doch den Bock zum Gärtner. Nach seiner Rolle in der CDU-Spendenaffäre würde ich Herrn Schäuble nicht mal ein Sparschwein anvertrauen. Und ab 2010 darf er dann wohl auch noch den Schattenhaushalt verwalten. Schäuble, der Schattenminister! Ich bin ganz aufgeregt, meine Fühler zittern, wenn ich daran denke.
Keiner der anwesenden deutschen Journalisten kommt also auf die Idee diese kritische Frage zu stellen. Aber damit nicht genug! Niemand denkt auch nur daran dem Kollegen aus dem Land der Wohnwagen zur Seite zu springen. Statt dessen wird über seine Frage gelacht und geschmunzelt. Dabei ist es noch ein Glück, dass der Mann so gut deutsch spricht, denn Fragen auf Englisch werden von einigen Ministern bekanntlich auch nicht mehr entgegengenommen. Die Szene zeigt, dass es mit dem kritischen Journalismus in Deutschland offensichtlich nicht mehr weit her ist. Das ist schlecht für die Gesellschaft und schlecht für die Demokratie.
Es lebe Königin Merkel und ihr Hofstaat!
Veröffentlicht von Jenny B am Oktober 26, 2009 um 8:21 am
Lieber Manni,
wie immer legst du deinen Fühler in die Wunde Deutschlands. Sehr schöner Beitrag.
Freu mich auf mehr!
Veröffentlicht von Laura am Oktober 26, 2009 um 10:41 am
Hey, Manni! Ich freu mich aus der Ferne über die Recherchen des investigativen Käfers zu lesen! Weiter so!